Big Farm Story (Steam) – der vermeintliche Goldesel der Goodgame Studios entpuppt sich als großer Flop

Big Farm Story, die spaßige Mischung aus Lebenssimulation und Farmspiel mit Rollenspielelementen von Goodgame Studios, ist ab sofort zum Download auf Steam für 19,99 Euro verfügbar.
Mit Veröffentlichung der Early-Access-Version erwarten die Spieler die ersten zwei Kapitel des Storymodus von Big Farm Story mit einer aufwendigen Geschichte und lebhaften Figuren. Die Geschichte wird fortlaufend mit kostenlosen Inhalten erweitert und garantiert somit andauernden Spielspaß für alle Pixelfarmer.

Big Farm Story auf Steam, Early-Access. Auschnitt eigener Screenshot.

Als unerwarteter Erbe der Farm des vermissten Großvaters hat der Spieler die Möglichkeit, die Farm zu ihrem früheren Glanz aufzubauen. Die Pflege der Ernte und der Nutztiere werden den Spieler beschäftigen, aber er muss auch Zeit finden, um nach dem vermissten Großvater zu suchen. In Big Farm Story gibt es immer etwas zu tun. So gilt es, Feldfrüchte anzubauen und natürlich zu ernten, Tiere zu versorgen und die Farm auszubauen.

So beginnt das vollmundige Versprechen der Goodgame Studios, die ein weiteres Spiel – in diesem Falle auf Steam in der PC-Version – mit den Einnahmen aus bestehenden Spielen entwickelt und verbockt haben. Finanziert von Spielern aus Goodgame Empire, Empire 4 Kingdoms, Goodgame Big Farm und Empire: Age of Knights, allesamt verbuggte Spiele mit absolut überteuerten Ingame-Items, mangelhafter bis gar kein Support, größtenteils keinen Antworten in Foren der Communitys.   In allen genannten Spielen offenbart sich schon seit Jahren der charakterlose Stil der Goodgame Studios, mit wenig Arbeit das Geld aus den Taschen der langjährigen Kunden zu quetschen.  ( vgl.: https://www.gge-allianz.de/index.php/goodgame-studios-jetzt-oder-nie/ oder https://www.gge-allianz.de/index.php/2020/05/11/vom-gamer-zum-spekulationsobjekt-wenn-rendite-wichtiger-ist-als-der-spieler-goodgame-studios/ )

Auszüge aus den ersten ernst zu nehmenden Kommentaren über Big Farm Story:

-Ich bin nach 2 Stunden fertig, die Geschichte geht nicht weiter.
-Dies sah aus wie ein charmanter Landwirtschafts-Simulator
-Verwandelt sich in einen Click-and-Wait-Simulator mit einem Farming-Thema,
-keine Option,offline zu spielen.
-Ich denke ernsthaft darüber nach, trotzdem eine Rückerstattung zu beantragen

2 Stunden Spielzeit für 19,99 Euro (bzw. 34,98 Euro inkl. DLC) entspricht ungefähr dem Preis einer neuen Deko in Goodgame Empire für 19,99 Euro. Die Arbeitszeit eines Designers dürfte bei der Deko etwa bei 8 Stunden gelegen haben – gut geschätzt. Rendite gut, alles gut. In grenzenloser Phantasielosigkeit schaffen die Goodgame Studios mit Big Farm Story das nächste Projekt, Kunden anzulocken, sie süchtig zu machen und wenn sie schon genug Geld gelassen haben, auszunehmen.  Aber sie gehen noch einen Schritt weiter, nutzen eine Idee für potenziell neue Spiele von neu gegründeten oder finanziell weniger gut ausgestatteten Studios (Garegenstudios etc.) aus, ihre grenzenlose Gier nach Geld zu befriedigen. Das Early-Access-Modell.

„Early access (auch alphafunding, early funding, alpha-access oder paid-alpha) ist ein Finanzierungsmodell in der Videospiel-Industrie, bei dem Konsumenten für ein Computerspiel in einem frühen Entwicklungsstadium bezahlen, das spielbar ist, aber noch nicht fertiggestellt wurde. Die Entwickler können mit den Einnahmen die Arbeit fortsetzen und erhalten Fehlerberichte oder Vorschläge von den Konsumenten. Early access ist eine verbreitete Möglichkeit der Finanzierung für Indie-Spieleentwickler und wird oft zusammen mit anderen Finanzierungsmethoden wie Crowdfunding eingesetzt. Videospiele können im Beta- und Alphastatus als Early access erscheinen.“ (Zitat: Wikipedia)

Beispiele wie DayZ (Bohemia Interactive Studio), 7 Days to Die (The Fun Pimps) und Prison Architect (Introversion Studios) haben bewiesen, dass der Grundsatz der Early-Access-Modelle funktioniert bzw. funktionieren kann. Garagenentwickler, Schlafzimmertüftler oder kleinste Studios, die mit Ihren Games etwas ganz großartiges geleistet haben. Ganz im Gegensatz dazu wird eben jetzt dieses Modell durch ein großes deutsches Entwicklerstudio missbraucht und ausgenutzt: Goodgame Studios.

Goodgame Studios und Big Farm Story

Mit 91 Mio. Euro Umsatz und einem Jahresüberschuss von 18,4 Mio Euro im Jahr 2018, der Übernahme durch den finanzstarken und börsennotierten Konzern Stillfront (Schweden) sollte es durchaus möglich sein, ein Spiel bis zur Marktreife ohne vorfinanzierte Unterstützung möglicher Kunden in Eigenregie zu stemmen. Sieht man sich die letzten 2 Jahre an, so weiß man auch, wie die Goodgame Studios ihre neuen – bisher mehr als erfolglosen Spiele – finanzieren: Durch auspressen des letzten Euro aus den ehemals erfolgreichsten Spielen Big Farm, Goodgame Empire und Empire: 4 Kingdoms.

Der Gedanke des „Early-Access“-Modells wird durch derartige Unternehmen mit Füssen getreten, schließlich ist das Early-Access für kleine Neueinsteiger in der Spielebranche neben Crowdfunding die einzige Möglichkeit, eine Neuentwicklung auf dem Markt zu etablieren. Diese kleinen Entwicklerteams geraten durch das Ausnutzen der Glaubwürdigkeit von Early-Access-Modellen in den falschen Fokus, am Ende werden keine Projekte mehr unterstützt oder eben deutlich mehr hinterfragt.

Das derartiges möglich gemacht wird und ein Unternehmen wie die Goodgame Studios – durch Ihre Muttergesellschaft Stillfront ein Börsennotiertes Unternehmen –  ungestraft und ohne es zu hinterfragen die Ideen des Crowdfunding und der vorfinanzierten Early-Access-Modelle dermaßen schamlos ausnutzen kann bleibt für mich ein Rätsel, gerade dann, wenn man die Geschichte, die Machenschaften und die aktuellen Rezensionen zu Spielen der Goodgame Studios kennt (vgl.: https://www.gge-allianz.de/index.php/2019/10/01/ausgewaehlte-artikel-zu-und-ueber-goodgame-studios )

Hier wird ein ganzer Berufsstand in Verruf gebracht, durch ein kalkuliertes und ausgeklügeltes Geschäft mit Kunden und wenig Aufwand ein Vermögen aufzubauen. Hier werden Kunden hinters Licht geführt, die einfach ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung suchen und geben teilweise das Geld aus, was Ihnen am Ende des Monats fehlt. Eine Sauerei sonders gleichen, gestützt durch werbefinanzierte Anzeigen in den großen Spielzeitschriften, die im Gegenzug scheinbar kein Interesse daran haben, die Art der Arbeit und die Qualität des Produktes fair und dem Spiel entsprechend zu bewerten.

Wer dann auch noch die Dreistigkeit besitzt, zum Release des Early-Access-Spiels ein DLC zum Preis von 14,99 Euro rauszubringen, dem kann man von Beginn an vorwerfen, nur eines zu bezwecken: Die Kunden auszunehmen wie eine Weihnachtsgans.

Dieser Anbieter hat genau wie in den bisher releasten Browserspielen (Zeitraum der Betrachtung: Die letzten 2 Jahre) kein Interesse daran, ein schönes, funktionierendes und lebhaftes Spiel für die Kundschaft herauszubringen, diesem Anbieter geht es einzig und allein um das Scheffeln von Geld ohne erkennbares Interesse am Produkt oder am Kunden.

*Bild: eigener Screenshot @Steam

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