Goodgame Studios: Umsatz sinkt weiter

Auch 2018 sank der Umsatz von Goodgame Studios weiter. Damit lief es bei Goodgame anders als geplant. Für 2018 rechnete das Unternehmen ursprünglich “mit einem “deutlichen Umsatzwachstum”. Der Jahresüberschuss der Gamesschmiede stieg dafür aber.

Der Umsatz beim Hamburger Spieleunternehmen Goodgame Studios, das von den Brüdern Kai und Christian Wawrzinek gegründet wurde, ging auch 2018 erneut zurück. Von 95,6 Millionen Euro auf 91,1 Millionen – wie ein Blick auf den brandneuen Jahresabschluss zeigt. Der Jahresüberschuss der Gamesschmiede stieg dafür von 11,8 Millionen auf 18,4 Millionen. Das Unternehmen nennt als Grund für den Rückgang der Umsatzerlöse den “Rückgang der Anzahl der zahlenden Spieler”.

Damit lief es bei Goodgame anders als geplant. Für 2018 rechnete das Unternehmen ursprünglich “mit einem “deutlichen Umsatzwachstum”. “Das Betriebsergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018 hat die Erwartungen der Geschäftsführung erfüllt”, teilen die Goodgame-Macher im Jahresabschluss mit. Wobei eine Steigerung von 6,7 Millionen beim Jahresüberschuss auf jeden Fall eine gute Sache ist. Für das schon vergangene Jahr 2019 rechnete das Unternehmen bei Erstellung des Abschluss mit einer “leichten Umsatzsteigerung”.

Goodgame Studios steckte vor allem 2016 in einer handfesten Krise. Am Ende des Jahres stand damals ein Jahresfehlbetrag von rund 10 Millionen Euro. Als Gründe für den rasanten Niedergang nannte die Spielfirma damals den erhöhten Wettbewerbsdruck im Markt, den Rückgang der zahlenden Spieler und Neuentwicklungen, die sich nicht durchsetzen konnten. 2015 erwirtschaftete Goodgame noch einen Jahresüberschuss in Höhe von 24,4 Millionen, im Jahr zuvor waren es 18,6 Millionen. Auch in den Vorjahren wirtschaftete die Spieleschmiede sehr erfolgreich. Nun ist das Unternehmen wieder auf Kurs. Beim Umsatz aber weit weg von den einstigen Hochzeiten.

Fakten aus dem Jahresabschluss 2018
* Die Umsatzerlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 4.484 auf TEUR 91.113 gesunken; dies resultiert im Wesentlichen aus dem Rückgang der Anzahl der zahlenden Spieler. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind TEUR 8.011 (Vorjahr: TEUR 6.910) in die Entwicklung neuer und Weiterentwicklung bestehender Onlinespiele investiert worden.
* Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern und der sonstigen Steuern erhöhte sich das Jahresergebnis um TEUR 6.656 auf TEUR 18.419.
* Aufgrund der bisherigen Umsatz- bzw. Auftragsentwicklung ist für 2019 im Vergleich zum Vorjahr mit einer leichten Umsatzsteigerung zu rechnen.
* Das Betriebsergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres 2018 hat die Erwartungen der Geschäftsführung erfüllt. Die prognostizierte signifikante Steigerung konnte erreicht werden.
* Für das Geschäftsjahr 2019 ist von einem Umsatzwachstum auf das Niveau des Vorjahres auszugehen. Dementsprechend wird mit einer moderaten Steigerung des Jahresergebnisses gerechnet.

Goodgame Studios im Zahlencheck

2018: 91,1 Millionen Euro (Umsatz); 18,4 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2017: 95,6 Millionen Euro (Umsatz); 11,8 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2016: 132,1 Millionen Euro (Umsatz); 10,6 Millionen Euro (Jahresfehlbetrag)
2015: 188,2 Millionen Euro (Umsatz); 24,4 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2014: 202,1 Millionen Euro (Umsatz); 18,6 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2013: 102,6 Millionen Euro (Umsatz); 7,9 Millionen Euro (Jahresüberschuss)
2012: 27,9 Millionen Euro (Umsatz); 23.206 Euro (Jahresüberschuss)
2011: 242.836 Euro (Jahresüberschuss)
2010: 428.083 Euro (Jahresfehlbetrag)
2009: 8.586 (Jahresüberschuss)

Quelle: https://www.deutsche-startups.de/2020/02/11/goodgame-zahlencheck-2018/

Kommentar:

Das der Umsatz weiter sinkt liegt klar auf der Hand, das immer mehr Spieler verschwinden ist ebenfalls nichts neues. Da die Verantwortlichen von Goodgame Studios weiterhin an ihrem Kurs festhalten, Spieler zu vergraulen statt ans Unternehmen zu binden wird sich der rapide Abwärtstrend der Goodgame Studios auch 2019 weiter zunehmen.

Realitätsferne Ansichten der Finanzexperten helfen da wenig, insbesondere dann, wenn man den Spielern weder zuhört, noch Gegenmaßnahmen ergreift. Die Ansicht, neue Spielentwicklungen tragen zu einer Umsatzsteigerung bei, deutet auf weiterhin vorhandenes Missmanagement und absolut überzogene Selbstverliebtheit hin.

Wer in heutiger Zeit nach Goodgame Studios oder gar Goodgame Empire googelt, der wird von zahlreichen gleich klingenden Kritiken ala “Abzocke” “bloß nicht mehr” “nie wieder” oder “pay to win” treffen.

Die Verantwortlichen halten auch weiterhin an ihrem Kurs fest, Spieler vom Server zu jagen statt Kunden als Eigenkapital anzusehen. Zukünftige Generationen werden mit dem Namen “Goodgame Studios” auf Ewigkeit negatives verbinden.

Wer scharfe Kritik als als Boykott unterbindet und die Kunden für unfähig hält, die Lügen des Managements erkennen zu können, der wird auch in den kommenden Jahren mehr und mehr Kunden verlieren.

Das man mit dem Jahresabschluss zufrieden ist liegt selbstverständlich daran, dass der Jahresüberschuss stimmt. Auch in der Spieleindustrie ist der Aktienkurs wichtiger als der Spaß der Kunden am Produkt. Zum Glück hat sich das bereits in anderen Segmenten gerächt, und derartige Unternehmen mussten recht schnell die Segel streichen.

Wer tausende Mitarbeiter entlässt kann natürlich auf Basis vorhandener Produkte den Markt bis zum bitteren Ende auch mit nicht mehr vorhandenem Personal abschöpfen, wird aber am Ende mit seinem Konzept ganz tief fallen. Gerade im Spielesegment bleiben schwarze Schafe auf Dauer schwarz.

Das sich das Management der Goodgame Studios mit diesem Ergebnis auch noch rühmt ist der Gipfel des Eisbergs, tausende Mitarbeiter entlassen, das Personal auf ein Minimum senken, den Support so gut wie einzustellen und den verbeleibenden Kunden Preiserhöhungen in höhe von 100% zuzumuten entspricht schon einem ehrbarem, ruhmreichen Unterfangen. Getreu dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Ganz im Gegensatz zu dem, was im Mittelalter einen würdigen Ritter ausgemacht hat. Es bleibt nur zu hoffen, das regionale Medien irgendwann auf dieses moralisch verwerfbare Prinzip der Ausbeutung von Kunden aufmerksam werden, um derartige Machenschaften künftig zumindest Medienwirksam an den Pranger zu stellen.

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