Streik der Spielerschaft gegen die Firmenpolitik der Goodgame Studios

Moin moin,

Goodgame Studios war mal eine große Firma, aber sie haben es geschafft, sich innerhalb von 4 Jahren selbst du zerlegen. Bestes Beispiel ist die derzeitige Art und Weise, mit Kritik im Forum umzugehen, den letzten Cent aus dem Spiel heraus zu pressen und ein wirklich gutes Spiel (Goodgame Empire) endgültig gegen die Wand zu fahren.

Wenn man sich vor Augen hält, was Free to Play bedeutet und wie es bei diesem Studio umgesetzt wird ergeben sich zwei verschiedene Welten.
Konsequenz daraus ist der Abgang tausender Spieler, eine weitere Verknappung der Free-to-Play-Inhalte und das Drängen hin zu einem Pay to Win spiel, ohne es jedoch auch so zu betiteln.

Chronologie:

2014: Umsatz 202 Mio Euro, Mitarbeiter: über 1000
2015/2016: Protestwelle der Spieler, Verteuerung, Entnahme vieler kostenloser Inhalte zum Erspielen der Ingame-Währung, massiver Ausbau der Zahlungspflichtigen Inhalte.
2017: Umsatz 96 Mio Euro, Mitarbeiter: 300
2019 / aktuell: Protestwelle der Spieler, massiver Ausbau der Zahlungspflichtigen Inhalte, Entwertung von Spielinhalten zugunsten neuer kaufbarer Inhalte, Verknappung erspielbarer und damit kostenloser Gegenstände.

Ich kann leider nur dazu raten, dieses Spiel NICHT anzufangen! Leider? Ja, weil es mal ein klasse Spiel war. Vor 3 Jahren wurde Goodgame Empire eine neue Studioleitung zugewiesen, seitdem wird mit aller Macht versucht, den letzten Cent aus diesem Spiel zu pressen. Unabhängig davon, dass dies bereits 2015 schief ging (siehe Chronologie) war man sich nicht zu schade, den Spielern einen vom Pferd zu erzählen und das Spiel schleichend zu verschlechtern. Keine Reaktion auf Meinungen der Spieler im Forum, keine Kommunikation, in den Updates werden nur die für die Spieler positiven Dinge genannt, was dem Spieler nicht gefällt wird einfach nebenbei mit implementiert.

Einige Beispiele was seit Jahren schief läuft:

1. Herabsetzung der kostenlos erspielbaren Items

Vor 4 Jahren wurden mit einem Schlag fast sämtliche erspielbare Rubine entfernt (RR-Burgen, Berimond etc.) Zum jetzigen Zeitpunkt wurde ein Monatsevent umgekrempelt und rechnerisch belegbar fast 50% der erspielbaren Items gekürzt, einzig Werkzeuge und Soldaten kann man sich gleichermaßen beschaffen, mehr nicht!
Was bedeutet das für den Kunden bzgl. der anderen Items? Richtig, KAUFEN!

Zitat der aktuellen Studioleitung zum Thema Free-to-Play:
„Wenn der Spaß fehlt, dann bezahlt sowieso keiner. Das ist unsere Grundeinstellung. Das ist auch so ein bisschen die Philosophie bei der ganzen Bezahlgeschichte. Denn wenn man die Leute dazu zwingt, zu bezahlen, dann fühlen sie sich abgezockt. Aber wenn man ihnen alternativ die Möglichkeit gibt, über einen längeren, aufwändigeren Weg da ranzukommen, ohne zu bezahlen, dann akzeptieren sie das.“

Ist das jetzt geschickte Täuschung oder ist der Sinneswandel so groß, dass man aus einem Free-to-Play Titel neuerdings ein Pay-To-Win-Spiel bastelt?

Kurzer Zwischensatz übrigens zum Thema F2P und P2W: Immer mehr Studios wechseln hin zu einem F2P-Modell, da sich er P2W-Markt nichtrentiert, sich die Leute abgezockt fühlen. Jetzt stellt sich die Frage, warum GGS neuerdings gegen den Strom rudert.

75-90% der Kunden in einem Free-to-Play Spiel geben keinen einzigen Cent aus, aber sie sind genauso wichtig wie die zahlenden Kunden, sonst leer sich der Server eben auch.

2.Entwertung kaufbarer Gegenstände

Auch hierzu ein Beispiel: Es gibt Items, die die Nahrungsproduktion in der Burg erhöhen, Stufe 14 ist erspielbar, Stufe 15 kaufbar. Alles ok soweit.
Ich kaufe mir also die Items der Stufe 15 (Stückpreis: etwa 3 Euro, 24 Stück, der Rest sind die erspielten 14er) und siehe da, wenig später gibt es die Stufe 16 zu kaufen (Stückpreis etwa 4,50 Euro)

Ich muss sie mir nicht kaufen, das ist richtig, wir spielen ja F2P. Aber!!

Inzwischen gibt es diese kleinen Items bis Stufe 20 zu erspielen, und wer GGS kennt, der weiß was jetzt kommt.

a) Sich diese zu erspielen setzt einen massiven Verlust von Werkzeugen und Soldaten voraus, was man prinzipiell nur durch den Kauf von Werkzeug kompensieren kann.
b) Es wird in naher Zukunft ein Item zu kaufen geben, welches Stufe 20 übersteigt. Logisch, war immer so. Kostenpunkt dann 15 Euro das Stück?

Geld mit einem Online MMO zu verdienen ist schwer, man muss seinen Grips einsetzen, den Spielern neue Möglichkeiten zu bieten. Einfach nur die Zahl bei einzelnen Items zu erhöhen stellt für mich eine Entwertung dar und führt mich dazu, dieses System als Abzocke zu bezeichnen!

3.Außenwelt

GGS hat ein neues „Event“ gestartet, die Idee an sich ist sehr gut, die Umsetzung Mangelhaft. Sie hätten eine Menge aus der Außenwelt machen können, ein Spielplatz für Eventgenervte Burgherren, einen reinen PVP Server mit Belohnungen für die Hauptwelt, eine Allianzfreie Battlearena oder sonstwas. Gleiche Voraussetzungen bei den Burgen und FHs/BVs für alle Spieler, und los geht’s.

Was ist es geworden: Ein langweiliges monatlich nervendes Aufbauspiel der Burgen mit kleineren Scharmützeln aber den besten Preisen, die man sich in die Hauptburg im Hauptspiel setzen kann.

Je mehr Kohle man investiert umso schneller ist man fertig, und genervt, dass auch dieses Event nur dazu da ist, monatlich wiederkehrend die Kohle für den Ausbau einer aus dem Hauptspiel bekannten Burg zu investieren. Gäääähn. Mit Vielfalt, neuen Inhalten oder gar Verbesserungen hat dieses Event nichts zu tun.

Und wo wir gerade beim Thema neue Inhalte sind: Neuerdings wurden Reliktfeldherren- und Burgvogte eingeführt, früher wurden neue Feldherren-Sets und Burgvogt-Sets gestaltet, die auch nach etwas ausgesehen haben, mit diesen Reliktteilen macht es sich GG ganz einfach, da es von jeder Sorte 5-6 verschiedene „Aussehen“ geben die sich immer und immer wiederholen. Nicht nur für die begrenzte Kapazität des Rüstungslagers ein Ärgernis, nein, man spart damit Zeit, Geld und Mühe, sich kreativ zu bemühen, den Spielern auch optisch etwas zu bieten. Ergo: Kostenersparnis und der Rubel rollt immer mehr, auch wenn die Figuren wie Gipsköpfe aussehen. In der Gameswelt ist Kreativität gefragt, keine Gier!

4.Fremden/Krähenevent

Für Außenstehende erklärt bieten beide Events die Möglichkeit, einen gewissen Titel (Ruhmtitel) zu halten, je mehr Ruhm man hat, umso schneller sind beispielsweise die Soldis und man kann gewisse Soldatentypen rekrutieren (nur 2 Beispiele). Ruhm erhält man, indem man diese Fremdenburgen angreift, diese sind besetzt mit 300-9000 Soldis, um es kurz zu halten, je mehr Soldis man plättet desto mehr Ruhm bekommt man.

Laut Aussage des Betreibers werden die Burgen nach einer Formel verteilt, es gibt mehrere Pools bla bla bla. Ich laufe pro Event etwa 150-200 Angriffe eben auf diese Burgen, warte teilweise 3-4 Events auf eine Burg oberhalb von 4000 Soldis. Einige Spieler, die das Event vor lauter Frust gar nicht mehr richtig spielen machen am Anfang des Events 10 Spionagen und peng, unter diesen 10 Burgen ist eine 8000er Burg! Nochmal, ich laufe 200 Angriffe, 190 Burgen haben weniger als 1000 Soldis, 9 haben zwischen 1000 und 1500 Soldis und eine ist manchmal dabei, die mit Glück auf 2500 kommt. Gerechte Verteilung? Formel? Pool?

Darauf angesprochen (bringt eh nichts) schrieb der Support aber einen Satz, den man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss, Zitat (belegbar):“ Es ist aber keineswegs nötig, hunderte Angriffe auszuführen, um eine Burg mit vielen Einheiten zu erhalten, da Angriffe die Anzahl in keiner Weise beeinflussen.“
Soll ich also gar nicht angreifen und bekomme dann die großen Burgen? Erklärung von GG dazu?

Die Studioleitung hat bei den Roundtables vor 2-3 Jahren folgenden Satz fallen lassen:

„Aktivität muss belohnt werden, wer aktiv spielt muss einen Vorteil haben!“

Wann gedenkt GG daran, den Worten auch Taten folgen zu lassen?

Seit etwa einem Monat merkt man plötzlich folgendes: Konnte man vorher 60-70% der kleinen Fremden/Krähenburgen über 2 Seiten und ohne Werkzeug angreifen, stehen seit einem Monat fast immer mindestens auf 2 Seiten, meist sogar auf 3 Seiten die Soldis, bedeutet, man muss mindestens auf einer Seite, ogt aber auf 2 Seiten Werkzeuge einsetzen, die natürlich eh schon gekürzt wurden aber selbstverständlich für reales Geld erworben werden können. Das beste aber daran ist, dass der nötige Werkzeugeinsatz erhöht wurde, heimlich still und leise, fällt den blöden „Kunden“ eh nicht auf.

5. Bugs/Support/html5/Werbung

Das Spiel ist komplett verbuggt, eine einzige Katastrophe. Mal fehlt das Futter, die Soldis verhungern und der Support schreibt, man müsse belegen, dass die Soldis vorher in der Burg waren bzw. behaupten, dass dies kein Bug wäre und die Soldis verhungert wären, weil der „Kunde“ nicht rechnen kann. Unfassbar. Wie soll man belegen, dass etwas weg? Jeden Abend Screenshots von den Soldis und der verbleibenden Restzeit vom Futter machen? Archivieren? Macht euch mal gerade.

Die html5-Version wurde aufgespielt, eigentlich sollte die Umstellung abgeschlossen sein, da die Version aber teilweise gar nicht spielbar ist gibt es beide Versionen. Verbuggt!

Wenn alles im Spiel hakt und hängt kann man davon ausgehen, dass eines immer funktioniert: Die Kaufangebote. Dort gab es mit den Jahren noch nie Probleme. Alles was dem Umsatz dient wird sofort in Ordnung gebracht, nicht einmal 2 Stunden dauert es, und die Bugs sind gefixt. Wenns es zum Nachteil der „Kunden“ ist, dauert es wochenlang oder ist bis heute nicht gefiixt.

Die Krönung des ganzen ist aber die Werbeflut, man kauft sich einen zeitlich begrenzten Vorteil, den man teilweise kaum nutzen kann, weil ständig die Werbefenster aufploppen neuerdings kommt die Werbung auch per Post, was den Briefkasten zumüllt. 10 Mails in 8 Stunden! Das Postfach ist aber weiterhin begrenzt, etwas, was sich die Spieler schon seit Jahren wünschen: Erhöhung des Postfachs. GG? Sind sie schon seit 3 Jahren am rumbasteln.

Abschluss:

Es gibt im Forum hunderte Vorschläge, genauso viele Bugs, es gibt Kritik und die Spieler haben Geduld. Oben sind nur 5 Punkte genannt, die Liste ließe sich sicherlich noch um das 4-fache erweitern.

Im Forum toben die Leute, stellen Punkte zusammen, die sich ändern müssen. Was macht GG? Der Thread wird geschlossen und irgendwann gelöscht. Klar kann man Tendenzen in diesen Thread hineininterpretieren, die einen Aufruf zum Boykott darstellen. Damit kann man unterschiedlich umgehen:
Den Thread schließen und aufs Hausrecht hinweisen oder aber man macht verdammt nochmal das, was jede „Geschäftsbeziehung“ beinhaltet: SICH MIT DER KRITIK AUSEINANDER ZU SETZEN.

Die Spieler sind Kunden, haben das Recht auf eine faire Gegenleistung für das, was mal ein gutes Strategiespiel war. GG spielt hier nicht nur mit den Spielern, auch mit den Mitarbeitern, von denen sie ja schon einmal 700 entlassen mussten, weil die Gier größer war als die Vernunft.

Ihr habt die Ehre an diesem Spiel arbeiten zu dürfen, ein Spiel, das einmal hunderttausende Spiele angezogen hat. Es wäre jetzt an der Zeit, sich an die guten und trotzdem erfolgreichen Jahre zurückzuerinnern.

Aber wie immer muss man dafür bereit sein.
MfG
nordland

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